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Geschichte DRK MonschauGeschichte DRK Monschau

Chronologie der Rotkreuz-Arbeit in Monschau

Ansprechpartner

Herr
Axel Fielen
Vorsitzender des Vorstandes
axel.fielen@drk.ac

Herr
Peter Henrichfreise

Vorstand
peter.henrichfreise
@drk.ac

Tel: 02405 6039100

Henry-Dunant-Platz 1
52146 Würselen

Die Anfänge der Rotkreuz-Arbeit in Monschau

In Monschau wurde der Väterländische Frauenverein 1883 gegründet.

Mehr Infos erhalten Sie in dem von Wolfgang Jöhlinger verfassten verfassten Artikel in "Rotkreuz-Info des DRK KV. Städteregion Aachen e.V. 7. Jahrgang Ausgabe 2/2013

Die Gründung des DRK Kreisverbandes Monschau erfolgte am 24.11.1951. Der Verein wurde am 02.02.1952 in das Vereinsregister Monschau  unter Nummer 28 eingetragen.

Auf der Mitgliederversammlung des DRK-Kreisverbandes Monschau am 16.12.1972 in Steckenborn, wurde von den Mitgliedern beschlossen, den Kreisverband Monschau in einen Ortsverein Monschau umzuordnen und dem DRK-Kreisverband Aachen-Land beizutreten. Die Umordnung in einem Ortsverein wurde aufgrund der kommunalen Neugliederung im Jahre 1972 notwendig.

Zu den Aufgaben des heutigen DRK-Ortsvereines Monschau e.V. gelangen Sie hier: www.monschau.drk.ac

Der Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V. berichtet im Jahr 2009:

125 Jahre Rotes Kreuz Monschau

Das Rote Kreuz Monschau kann in diesem Jahre ein stolzes Jubiläum feiern. Hierbei sollen der Anfang und einige Epochen durch die diese Organisation der vielfältigen Hilfen gegangen ist, in Erinnerung zurückgerufen werden. Manche erwähnenswerte Hilfeleistungen werden wegen fehlender Dokumentation in vergangenen Zeiten sicherlich unerwähnt bleiben. Viele Personen haben sicher Großes geleistet, ohne dass das festgehalten ist.

Am Anfang stand die Aktivität der Frauen

Doch zurück zu den Anfängen. Zwei Namen oder Begriffe sind weltbekannt: Henry Dunant und Solferino. In Solferino, einem Dorf in Norditalien fand im Jahre 1859 eine Schlacht zwischen französischen und österreichichen Truppen statt. Die Vielzahl unversorgter schwerverwundeter Soldaten ließ den Schweizer Henry Dunant spontan Hilfe organisieren. Er leistete selbst Hilfe und brachte die Frauen aus den umliegenden Dörfern dazu, ohne Unterschied zwischen den Nationalitäten zu helfen. Aus den gemachten Erfahrungen und durch das bei den Verletzten gesehene Elend sah er in der Folgezeit seine Lebensaufgabe darin, Verletzte in kriegerischen Auseinandersetzungen Hilfen und Schutz zukommen zu lassen. Er konnte schließlich mit seinen Mitstreitern die internationale Anerkennung der Genfer Konvention und die Gründung des Roten Kreuzes als internationale Hilfsorganisation durchsetzen.

Im Lande Preußen und nach 1871 im deutschen Reich war es die Königin und spätere Kaiserin Augusta, die die Ideen Dunants unterstützte und unter dem Zeichen des Roten Kreuzes den Vaterländischen Frauenverein gründete, der auch in Friedenszeiten seine Hilfeleistungen zur Linderung von Notständen aller Art anbieten sollte. Da es in diesen Zeiten durch Mißernten, Naturkatastrophen, Seuchen und Hungersnöte oft Notstände dieser Art gab, folgten danach in manchen Städten und ländlichen Gebieten Frauen dem löblichen Beispiel der Landesmutter und gründeten Zweigvereine.

So wurde auch in Montjoie am 30. April 1883 ein Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins gegründet. Protokollarische Aufzeichnungen aus dieser Zeit sind leider nicht vorhanden, so dass über die ersten Jahre des Bestehens und Wirkens dieses Vereins auf die Berichte des Montjoier Volksblattes (MVBl) zurückgegriffen werden muss. Es ist verwunderlich, dass sowohl von höchster als auch auf Ortsebene Frauen, vornehmlich die Ehefrauen von Honoratioren, die Initiative zur Schaffung von Hilfsorganisationen ergriffen, so auch in Montjoie. Das MVBl berichtet hierzu wie folgt:

Montjoie, 2.Mai (1883):

Mit dem beginnenden Monat Mai ist unser Ort um einen weiteren Verein reicher geworden, der hoffentlich auch bei uns, wie anderwärts, eine gesegnete Wirksamkeit entfalten wird! Es hat sich nämlich ein „Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins für den Kreis Montjoie“ gebildet und ist die offizielle Konstituierung in einer am vorigen Montag im Kasinosaal anberaumten Versammlung erfolgt. Auch in früheren Jahren hat sich bei mehrfachen Anlässen, soweit wir wissen, eine Art Frauenverein in dem genannten Sinne besonders bei Gelegenheit der großen Kriegsdrangsale nützlich erwiesen, aber es ist niemals zu einer dauernden festen Einrichtung gekommen.

Diesmal sind die Vorbereitungen, Vereinbarungen und Festsetzungen derart erfolgt, dass der Zweigverein in die Reihe der in unserem Ländchen dauernd konstituierten gezählt werden kann. Schon die vorgenannte Versammlung war von 54 Damen aus der Stadt oder nächsten Nachbarschaft besucht und sind später Anmeldungen noch soweit erfolgt, dass der Frauenverein wohl gegen 70 Mitglieder zählen dürfte. Frau Ewald Jansen hatte es übernommen, die Zusammenkunft zu eröffnen und zu leiten, die allgemeinen und zu dem Zweck entworfenen Statuten zur Mitteilung zu bringen und war an einem erfreulichen Erfolge demnach nicht mehr zu zweifeln. Alle Anwesenden erklärten sich für die Annahme der Statuten und Beitritt zu dem Verein, dessen Zweck bei Kriegsfällen Pflege der Verwundeten, im Frieden Linderung der Not jeglicher Art ist. Über eine weitere Einrichtung des Vereins behalten wir uns eingehendere Mitteilung vor. Einstweilen wird nähere Auskunft gerne von den Vorstandsmitgliedern erteilt werden, als welche von der Versammlung gewählt sind: Frau Ewald Jansen (zugleich Präsidentin), Frau Landrat Rennen, Frau Bürgermeister Vogt, Frau Kommerzienrat Scheibler, Fräulein Stroux, Frau Dr. Pfeiffer, Frau Theodor Küpper, Fräulein Emma Scheibler (Vorstehende sämtlich aus Montjoie), Frau Oberförster Ritgen aus Imgenbroich.

Ein Hinweis darauf sei erlaubt, dass die Damen durch deren Initiative es zur Gründung  der Hilfsorganisation kam als auch die ersten Vorstandsmitglieder mit Ausnahme der Unverehelichten nicht mit ihrem Ruf- und Geburtsnamen sondern ausschließlich mit Namen und Dienststellung ihrer Ehegatten benannt sind.

Das Vorbild und die Initiative der genannten Frauen hat dazu geführt, dass laut Bericht 54 Frauen „aus der Stadt und der nächsten Nachbarschaft“ die Gründungsversammlung besuchten und der Verein „wohl gegen 70 Mitglieder“ zählen durfte. Besonders erwähnenswert ist die unermütliche Tätigkeit der ersten gewählten Präsidentin Frau Ewald Jansen, die fast 30 Jahre in diesem Amt den Verein geführt und manche Hilfeleistung angeregt und zur Durchführung gebracht hat.

Im MVBl vom 8.2.1884 wurden aus einem Statut des Haupt- und des Zweigvereins in Kriegs- sowie Friedenszeiten unter anderem wie folgt veröffentlicht:

     

  1. In Kriegszeiten richtet er, unter Oberleitung des von des Königs Majestät unterm 7.Mai 1866 mit Korporationsrechten begnadigten „Preußischen Vereins zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger“ seine Tätigkeit vornehmlich darauf, alle zur Fürsorge und Pflege für die Verwundeten und Kranken dienenden Einrichtungen zu fördern und zu unterstützen.
  2. In Friedenszeiten stellt er seine Hilfeleistungen auch zur Disposition des „Preußischen Vereins zur Pflege verwundeter und erkrankter Krieger“ insbesondere bei Verwaltung des Depots, und beteiligt sich außerdem bei Linderung hervorragender Notstände in allen Teilen des Vaterlandes, welche durch ansteckende Krankheiten, Teuerung, Überschwemmungen, Brandunglücke oder auf andere Art eintreten, stellt sich aber als dringendste Aufgabe die Abhilfe aller hervortretenden Not im Kreise und besonders in der Stadt Montjoie.
  3.  

...

Der Verein führt als Abzeichen des rote Kreuz in weißen Felde. Dasselbe wird von den ordentlichen Vereinsmitgliedern, sofern sie außerhalb ihres Wohnortes für Vereinszwecke in Tätigkeit treten, in Gestalt einer Armbinde getragen. 

1894 Ohne Männer geht es nicht

Im November 1894 richteten der königliche Landrat Sasse, Frau Ewald Jansen und weitere Honoratioren  über das MVBl an die Bevölkerung den Aufruf zur Bildung eines Kreisvereins vom Roten Kreuz zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger. Dieser Einladung folgten annähernd 40 Personen und stimmten dem heute noch vorliegenden Statut zu. In dieser Versammlung am 19.11.1894 wurde der Vorstand gewählt, der statutgemäß aus drei vom Vaterländischen Frauenverein delegierten Damen und 8 Herren bestand, nämlich königlicher Landrat Sasse, Bürgermeister Vogt, Oberpfarrer Dr. Pauly, Pfarrer Auler, Sanitätsrat und Kreisphysikus Dr. Radermacher, Kreiswundarzt Dr. Wex, Fabrikbesitzer Bernhard Scheibler und königlicher Kreisbauinspektor Lürig. Hauptzweck des Vereins war die Ansammlung von Hilfsmitteln für den Fall eines Krieges, die Vorbereitung eines Reservelazaretts sowie die Schaffung von Pflege- und Sanitätspersonal. Im Oktober 1899 konnte im MVBl berichtet werden, dass die geplante Sanitätskolonne dank der Bemühungen der maßgebenden Persönlichkeiten gebildet worden sei. Die Kolonne bestand aus 32 Männern. Auszugsweise folgt das Originalstatut des Kreisvereins nachstehend.

.... Statut einfügen

Ab dem Jahre 1902 wurde über die Vorstandssitzungen und die Jahreshauptversammlungen des Kreisvereins ein Protokollbuch geführt, das bis heute erhalten ist. Es gibt über die Tätigkeiten des Vereins bis Ende des Jahres 1929 Aufschluss. Die Versammlungen fanden jeweils unter Vorsitz des königlichen und später preußischen Landrats statt. Als vorrangige Beratungspunkte standen die Bekämpfung der Tuberkulose, die aufgrund der schlechten Ernährungslage und der unzureichenden Wohnverhältnisse als Volksseuche grassierte, sowie die Bildung und Ausbildung von Sanitätskolonnen und die Krankenversorgung- und -pflege immer wieder an. Durch die Aus- und Fortbildung der Sanitäter sollte auch die Möglichkeit zur Leistung erster Hilfe bei Unglücksfällen in den Orten des Kreisgebietes ermöglicht werden; dies schien um so vordringlicher als nur wenige niedergelassene Ärzte im Kreise Monschau praktizierten. Der erste große Einsatz der Sanitätskolonne erfolgte anläßlich des Autorennens Paris-Berlin im Jahr 1901 in der Betreuung der Automobilisten bei der Durchfahrt durch die Stadt Montjoie.

In den ersten Jahren des beginnenden 20. Jahrhunderts wurde auf Initiative des vaterländischen Frauenvereins in der Stadt Montjoie jeweils für die Winterhalbjahre eine Suppenküche geschaffen. Diese Einrichtung wurde von der Bevölkerung der Stadt aber auch vielen von auswärts kommenden Fabrikarbeiterinnen und -arbeitern dankbar genutzt, da man für 10 bzw. 15 Pfennige je Portion eine warme Mahlzeit erhielt. Auf die Bedeutung dieser Einrichtung für die Ernährung und für die Vorbeugung von Krankheiten wie der Schwindsucht (Tuberkulose) wurde im MVBl hingewiesen. 20000 Portionen und mehr wurden je Halbjahr ausgegeben.

1914-1918 Weltkrieg

Mit dem ersten Weltkrieg kamen auf das Rote Kreuz neue Aufgaben zu. Für die durchziehenden und per Bahntransport in Richtung Westfront fahrenden Truppen erfolgten Beköstigungen. Eine Sammlung und die Bereitstellung von Geldern für die Beschaffung und Herstellung von Wollsachen für die Fronttruppen wurden durch den Kreisverein durchgeführt und von der Bevölkerung tatkräftig unterstützt. Die vorher erwähnte Suppenküche in Monschau wurde auch in den Kriegswintern 1915/16 zum Wohle der Bevölkerung wieder ins Leben gerufen und konnte mancher Familie Hilfe bringen.

Die in den Lazaretten in Simmerath und Monschau untergebrachten verwundeten Soldaten wurden durch den Kreisverein des Roten Kreuzes betreut; auch wurden Weihnachtsbescherungen finanziert. Auch bei Vermittlung von Geld- und Paketsendungen an Kriegsgefangene sowie bei der Ermittlung der Adressen in Kriegsgefangenschaft geratener Soldaten entfaltete sich eine eifrige Tätigkeit des Zweigvereins.

Das Protokollbuch schließt mit der Eintagung vom 4.12.1929 und berichtet über die regen Aktivitäten der in der Nachkriegszeit wieder ins Leben gerufenen Sanitätskolonne. Jährlich konnten durch die Mitglieder in etwa 100 Fällen erste Hilfe geleistet werden. Es wurde angeregt, im Sommer an „verkehrsreichen Tagen“ Straßenposten aufzustellen, damit diese bei Autounfällen schnellstmöglich verfügbar waren ( Die Kunst des Autofahrens und die Sicherheit der Automobile war sicherlich noch in den Kinderschuhen). Zum Transport der Verletzten bei einem Unfall sollten Karren oder sonstige Fuhrwerke mit Stroheinlage bereitgehalten werden. Auch hier sei darauf hingewiesen, dass man bemüht war, trotz minimaler Hilfsmittel und Möglichkeiten, im Notfall bestmögliche Hilfe zu leisten.

1933 Vom Kreisverein zur Kreisstelle

Mit Beginn des „Dritten Reiches“ ab 1933 änderte sich auch die Struktur des Roten Kreuzes. Aus dem Zweigverein für den Kreis Monschau wurde eine Dienststelle des Roten Kreuzes bei der Kreisverwaltung. Viele Aufgaben des Roten Kreuzes wurden der NSV (Volkswohlfahrt), der NS-Frauenschaft oder anderen Parteigliederungen zugewiesen. Der Vaterländische Frauenverein vom Roten Kreuz  Zweigverein Monschau verlor 1933 innerhalb eines Jahres über 350 seiner vorher 427 Mitglieder.

... hier evt. Jahresbericht einfügen

Aber das Rote Kreuz mit seinem Namen und seinem Emblem blieb mit einer kleinen Kerntruppe von Männern und Frauen im gesamten Kreisgebiet bestehen. Aus dem Roten Kreuz in Monschau wurde kein Hakenkreuz !

In einem Aktenvermerk der Zweigstelle von 1942 heißt es zum Verhältnis DRK zu NSDAP in Monschau „ ...daß das Verhältnis zwischen DRK und Partei erträglich sei und. daß sich die Partei im großen und ganzen nicht in Angelegenheiten des Deutschen Roten Kreuzes ... einmische.“

Die Rechtsverhältnisse des Roten Kreuzes waren in ihren Grundzügen durch ein Reichsgesetz vom 9.l2.l937  neu geregelt worden. Auf Grund dieses Gesetzes gab sich das DRK am 24.12.l937 eine am l.l.l938 in Kraft getretene Satzung, in der festgelegt wurde, daß das DRK unbeschadet seiner nationalen Selbständigkeit, Glied des internationalen Roten Kreuzes sei. Die Aufgaben des DRK wurden im § 4 dieser Satzung wie folgt festgelegt::

§4 Aufgaben

Das Deutsche Rote Kreuz wirkt mit im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und im Sanitätsdienst des Luftschutzes. Es hat weiter unterstützend mitzuwirken insbesondere

1.      bei der Hilfeleistung bei öffentlichen Notständen und bei Unglücksfällen zu Lande und zu Wasser,

2.      im Dienst an der Gesundheitspflege des Deutschen Volkes,

3.      bei der Fürsorge für Kriegsgefangene und Kriegsgeschädigte.

Das Deutsche Rote Kreuz kann im Ausland im Rahmen seiner Zweckbestimmung Hilfe leisten.

Mit dem drohenden und l939 erfolgten Ausbruch des 2. Weltkrieges mehrten sich die Aufgaben und Tätigkeiten des DRK auch im Kreise Monschau. Während in der Vergangenheit die Aufstellung und Ausbildung von Sanitätskolonnen ausschließlich auf männliche Rotkreuzler ausgerichtet war, wurden nunmehr Schwestern und Schwesternhelferinnen für den Sanitätsdienst ausgebildet.

Die DRK-Kriegschwester Tilly Jansen aus Monschau hat über ihre Einsätze in der Ordensburg Vogelsang und in Feldlazaretten an der Ost- und Westfront von 1940-1945 eingehend berichtet (veröffentlicht im Eremit am hohen Venn 1961, S. ....). Nach diesem Bericht waren weitere 5 Schwestern im Russlandeinsatz und 11 Schwesternhelferinnen in Heimatlazaretten tätig.

Bei der Kreisverwaltung war, wie bereits erwähnt, eine Kreisstelle des Roten Kreuzes eingerichtet worden, die ab 1941 unter der Leitung des damaligen Landrats Dingerdissen stand. Frau Änne Pfleger wurde 1942 zur Geschäftsführerin bestellt.

Auf die Geschäftsstelle und die ehrenamtlichen Helferinnen kamen immer neue Aufgaben zu. Die Nachforschung nach Vermissten, insbesondere nach dem Untergang der 6. Armee in Stalingrad, nahmen einen breiten Raum ein. Schicksale von Vermissten und Gefangenen in westlichen Gewahrsamen konnten meist relativ schnell geklärt werden.

Als schließlich im Herbst l944 der Kreis Monschau Frontgebiet wurde, kam für das DRK und die Helferinnen und Helfer eine Zeit des absoluten Einsatzes. Bei einem Fliegerangriff auf das Lager Elsenborn mußten die Helferinnen bei der Bergung von Toten und der Versorgung von Schwer- und Leichtverwundeten die erste Feuerprobe bestehen. Ein eingehender Bericht über den Einsatz des DRK in Monschau in den Monaten Sept. l944 bis zum Ende des Krieges am 8.5.l945 ist in einem Bericht der Geschäftsstelle festgehalten und im Kriegstagebuch für den Kreis Monschau „Zwischen zwei Fronten“ von Walter Scheibler veröffentlicht. Es würde den Rahmen dieses Jubiläumsrückblicks sprengen, wollte man die vielfältigen Einsätze und geleisteten Hilfen des Roten Kreuzes aufzählen; aber es sollte nicht vergessen werden, allen im Dienste der Menschlichkeit in dieser schweren Zeit tätig gewesenen Frauen dankbar zu gedenken.

Als schließlich an allen Fronten die Waffen schwiegen, wurden die Aufgaben des Roten Kreuzes  in der Nachforschung nach Vermissten, in der  Betreuung von Flüchtlingen, in der Befragung von Heimkehrern nach Kameradenschicksalen, in der Mitwirkung bei Familienzusammenführungen  usw. weiter ausgedehnt.

Weiterarbeit nach 1945

Das Deutsche Rote Kreuz war von den Alliierten als „gleichgeschaltete Organisation“ Ende l945 formal aufgelöst worden. In Monschau hat man aber hiervon nichts gemerkt. Vielmehr wurden von Herbst l944 bis in die Nachkriegszeit die vielfachen Tätigkeiten des Roten Kreuzes in der Versorgung und Betreuung der Bevölkerung von den Militärkomandanten in Monschau gebilligt und teilweise unterstützt.

1946 erfolgte dann die Neugründung des Deutschen Roten Kreuzes. Der Kreisverband Monschau (KV) wurde im Herbst des gleichen Jahres als eingetragener Verein gegründet. Oberkreisdirektor Peter Nickels wurde Vorsitzender des KV und die Geschäftsführung oblag, wie bisher, der seit l942 in dieser Funktion tätigen Frau Änne Pfleger, durch die auch die Wiederbelebung der Arbeit in den einzelnen DRK-Ortsgruppen angeregt und bald wieder aufgenommen werden konnte.

Im Jahre 1953 kam auf den KV eine völlig neue Aufgabe zu. Durch den Blutspendedienst des DRK-Landesverbandes NRW wurden in Abstimmung mit der Kreisgeschäftsstelle erste Blutspendetermine in Roetgen, Lammersdorf und Monschau festgelegt, von der Geschäftsstelle organisiert und von den DRK-Helfern und –Helferinnen vor Ort unterstützt und tätig begleitet. In den Folgejahren wurde die Zahl der jährlichen Blutspendetermine und auch die Zahl der Spendeorte kontinuierlich ausgeweitet. In allen Orten stießen die Blutspendetermine bei der Bevölkerung, dank der Informationen  in der Presse, auf große Spendenbereitschaft. Es gelang sogar geschlossene Formationen der örtlichen Feuerwehren, Sportvereine und Spielmannszüge zur Blutspende zu gewinnen. In den Ortsgruppen wurde die Breitenausbildung  intensiviert und eigene Kräfte in der Landesschule für die Abhaltung von Kursen in Erster Hilfe ausgebildet. Im Zeichen der stark anwachsenden Motorisierung  und des beim Erwerb des Führerscheines geforderten Nachweises der Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Lehrgang herrschte erheblicher Ausbildungsbedarf.

Nach dem Eintritt von OKD P. Nickels in den Ruhestand wurde sein Nachfolger Oberkreisdirektor Georg Stieler Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes. Auch der neue Vorsitzende konnte seine Tätigkeit für das Rote Kreuz auf den Kenntnissen und Erfahrungen der Geschäftsstelle auf- und ausbauen.

Im Jahr 1962 wurde das DRK Monschau auf eine große Bewährungsprobe gestellt: Eine Pockenepidemie brach aus. Der OKD als Chef der Kreisordnungsbehörde konnte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des DRK Kreisverbandes in kürzester Zeit über eine große Anzahl freiwilliger Helferinnen und Helfer zur Betreuung der einzurichtenden Quarantänestationen in Lammersdorf, Rurberg, usw. verfügen. In diesen mußten Kontaktpersonen der Erkrankten - Männer, Frauen und Kinder - die Inkubationszeit, also die Zeit einer möglichen Ansteckung, abgesondert von Familie, Schule, Freunden und Arbeitskollegen verbringen; die freiwilligen DRK-Kräfte haben uneigennützig und freiwillig das Los der Isolierten geteilt und somit die Situation zu meistern geholfen.

In den sechziger Jahren gedieh unser Kreisverband zu einem kleinen aber feinen Teil des DRK im Landesverband Nordrhein. So erhielt auch der Kreisverband Monschau einen vom Land finanzierten, mit 5 Fahrzeugen vom Typ VW-Bulli ausgestatteten regionalen Katastrophen-Sanitätszug, der von Zugführer Leo Carl aus Lammersdorf zu einer schlagkräftigen jungen Truppe aufgebaut wurde. Herr Carl dürfte vielen Älteren noch als unermütlicher Erste-Hilfe-Ausbilder in Erinnerung sein. Die Fahrzeuge konnten auch für Ausbildungs-, Übungs- sowie Einsatzzwecke genutzt werden. Somit wurden die einzelnen Ortsgruppen beweglich. Dies machte den Einsatz für Sport- und andere Großveranstaltungen attraktiver und brachte den Reihen der Helfer und Helferinnen einen verstärkten Zulauf. Viele Ehrenamtliche nahmen an Aus- und Fortbildungen im Sanitätswesen sowie für Führungsaufgaben hier sowie an der Landesschule teil.

Vom Kreisverband zum Ortsverein e.V.

1972 kam die kommunale Neuordnung. Der Kreis Monschau hörte nach 150 Jahren auf zu bestehen. Das Rote Kreuz Monschau mußte sich von den Helfern aus Vossenack und Schmidt verabschieden, die nun zum Kreisverband Düren gehören. Der Empfehlung des Landesverbandes Nordrhein folgend wurden die Rot-Kreuz Gruppen in den Gemeinden Roetgen und Simmerath sowie der Stadt Monschau im Ortsverein Monschau als eingetragener Verein zusammengefaßt. Bei der ersten Generalversammlung im Dezember 1972 wurde die entsprechende Satzung beschlossen. Gemeindedirektor Leo Jansen und Stadtdirektor Bernhard Lauscher bildeten das erste Vorstandsteam; die Kontinuität wurde durch den Verbleib von Sparkassendirektor Förster und Geschäftsführerin Änne Pfleger gewahrt, die auch nach Eintritt in den offiziellen Ruhestand noch mehrere Jahre diese Position ehrenamtlich ausgefüllt hat.

Die Ausdehnung der Blutspende auf weitere Spendeorte und die vermehrte Zahl der örtlichen Termine auf 3 und später 4-malige jährliche Spendetermine, die Terminierung und Ortsfestlegung von Erste-Hilfe-Lehrgängen, die Einrichtung, personelle Besetzung von Rettungsstellen am Rursee, in Simmerath und Roetgen an Wochenenden und Feiertagen forderten von den Ehrenamtlichen und der Geschäftsstelle eine vermehrte Einsatzbereitschaft. Offensichtlich hat dies aber mit dazu beigetragen, dass die im ehrenamtlichen Einsatz gemachten Erfahrungen ein Berufsziel in der Fortbildung zu Arzthelferinnen und Krankenschwestern sahen. Aus den Reihen der DRK-Helfer dieser Zeit sind heute sieben Ärzte tätig. Die erwähnten Rettungsstellen, die vom Kreisverband angeregt und durch Bereitstellung von Rettungsfahrzeugen unterstützt wurden, können als Vorläufer der später durch Gesetz  vorgeschriebenen Rettungszentralen angesehen werden.

Die finanzielle Lage des Ortsvereins verbesserte sich durch die Beiträge der geworbenen Fördermitglieder  und zufließende Spendengelder.. Auch die alljährlichen Haussammlungen  und die in allen Orten durchgeführten  Kleidersammlungen liessen es zu,  jeweils in der Weihnachtszeit alleinstehende und bedürftige Senioren mit einem Präsent zu bedenken. Bei Naturkatastrophen o.ä. wurden der Bundeszentrale des DRK Geldmittel des OV überwiesen. Lebensmittelpakete, Textilien und sonstige Hilfsgüter wurden von Helfern des OV mit Fahrzeugen des DRK-Kreisverbandes  nach Rumänien und Polen transportiert. Beim KV war  die Einsatzbereitschaft der Eifeler Helfer als  eine jederzeit bereite und verlässliche Mannschaft  bekannt. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ wurden Hilfsmittel-lieferungen für den Deutsch-Polnischen–Freundeskreis nach Jelenia Gora und die Unterstützung von kinderreichen Familien durch den OV Monschau, der auch hier wieder die Transporte auf Wunsch des Kreisverbandes durchführte, zum festen jährlichen Termin in der Vorweihnachtszeit.

Die erfolgreiche Arbeit des Vereins wurde durch den Vorstand gestützt. Die Finanzen wurden bis 1978 von Sparkassendirektor i.R. Ewald Förster und anschließend bis 1998 vom Kämmerer der Gemeinde Simmerath Karl Rader ehrenamtlich verwaltet. Stadtdirektor Lauscher aus Monschau schied in 1988 aus gesundheitlichen Gründen als zweiter Vorsitzender aus. Der jetzige Vorsitzende Kreisdirektor Etschenberg übernahm damals bereitwillig diese Aufgabe und war auch in 1998 bereit die Gesamtverantwortung als Vorsitzender von Leo Jansen zu übernehmen. Diese Änderung führte zwangsläufig zu einer stärkeren Eigenverantwortung der Beisitzer im Vorstand.

Das DRK nach 125 Jahren

Das DRK Monschau präsentiert sich im Jubiläumsjahr wie folgt:

·         Vorsitzender: Kreisdirektor Helmut Etschenberg

·         Stv. Vorsitzender: Bürgermeister Hubert Breuer

·         Schatzmeister Jochen Nießen (Rollesbroich)

·         Einsatzleiter Diethard Matheis (Strauch)

·         Ausbildung Anke Wilms (Paustenbach)

·         Blutspende Luzie Kell (Eicherscheid)

·         Jugendrotkreuz Michael Nellessen (Höfen)

·         Beisitzer Stephan Greuel (Simmerath)

·         Beisitzerin Therese Thoma (Kalterherberg)

·         Presse Martin Schröder (Rurberg)

·         Geschäftsführung Paul Jansen (Witzerath)

Der Ehrenvorsitzende Leo Jansen gehört ebenfalls als Berater zum Vorstand.

Zum Ortsverein gehören 65 aktive Helferinnen und Helfer, davon 14 Rettungsassistenten, 19 Rettungssanitäter sowie 15 Rettungshelfer und Sanitäter. Diese können auch auf OV-eigene Fahrzeuge zurückgreifen und bilden sich ständig in Lehrgängen und Übungen fort. Zahlreiche örtliche wie überörtliche Veranstaltungen werden ehrenamtlich betreut. Der Rettungsdienst- und Krankentransport in der Rettungswache Simmerath mit den Außenstellen Roetgen und Höfen wird mit ca. 10000 Stunden p.a. unterstützt. Ein Highlight in der Arbeit des OV ist die Mitarbeit in der DRK Landesschule in Simmerath.

Die sehr aktive Jugendgruppe ist mittlerweile durch eine integrative Gruppe ergänzt worden. Wöchentliche Gruppenabende stellen eine sinnvolle Freizeitgestaltung dar. Gelegentliche Ausflüge, zuletzt bis nach Südfrankreich, machen die JRK-Arbeit attraktiv.

Pro Jahr führt das DRK Monschau mit vielen freiwilligen, oft nicht dem DRK angehörenden Helferinnen und Helfern über 40 Blutspendetermine in 11 Orten der Gemeinden Simmerath und Monschau  durch und sammelt so jährlich 2300 Blutspenden. Dies ist bezogen auf die Bevölkerungszahl ein  landesweit hervorragendes Ergebnis. Erfreulich ist die hohe Zahl von etwa 110 Erstspendern und die Treue der Vielfachspender. Jährlich werden über fünfzig Dauerspender für 25-, 50- oder 75–maliges Spenden geehrt. Immer häufiger werden aber sogar 100-malige und 125-malige Vielfachspender mit Präsenten des OV ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr waren es 6 für 100 und 4 für 125 Spenden. Sie werden damit angespornt, weiter zu machen und neue Spender zu werben. Vor kurzem konnte der hundertausendste Spender seit 1953 geehrt werden.

Einen Schwerpunkt der DRK-Arbeit stellt schon immer die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe und Sofortmaßnahmen am Unfallort dar. Darüber wird „Erste Hilfe am Kind“ und Babysitter-Ausbildung angeboten. Die 8 Ausbilder und 20 Ausbildungshelfer des OV führen jährlich etwa 100 Lehrgänge und Unterweisungen mit rund 1000 Teilnehmern durch.

Das Rote Kreuz im Monschauer Land ist also – trotz seiner 125 Jahre - gut aufgestellt für die Herausforderungen der immer komplexeren Welt. Dazu leisten, wie in den vergangenen Dekaden, viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ihren Beitrag, ohne besondere Danksagungen oder Erwähnungen zu erwarten. Hierfür sollte trotzdem an dieser Stelle im Namen aller, denen das Rote Kreuz helfen konnte, ein Dankeschön gesagt werden.

Vielen Dank an den Geschichtsverein des Monschauer Landes e.V.

Der Artikel "125 Jahre Rotes Kreuz in Monschau" wurde uns mit freundlicher Genehmigung des Geschichtsvereines des Monschauer Landes e.V. zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Der Artikel erschien im Jahrbuch 2009.

Hier gelangen Sie zur Homepage des Geschichtsvereines: http://www.gv-mon.de